Industriedesigner gestalten seriell und maschinell hergestellte Produkte, und haben dabei nicht nur Form und Funktione, sondern auch Absatzmöglichkeiten und Herstellungskosten im Blick. Umfassende Kenntnisse über Materialien, Fertigungsverfahren und Marketingstrategien zählen in dieser Disziplin daher mit zum Ausbildungsstandard. Zwar dominiert im Industriedesign traditionell die Funktion, doch im Konsumalltag entscheiden Käufer sich nur selten einzig wegen des Funktionsumfang und des Preises für den Erwerb eines Produktes.
Die Praxis zeigt, dass bereits der Einsatz von trendigen Linien und Farben, originellen Zusatzfeatures oder neuartigen Materialien nicht nur neue Nischen erschliessen oder zur Markenbildung beitragen, wie etwa im Falle von aus Reintitanium gefertigten Boccia Uhren, die den Namen des Metalls mit im Logo tragen und zusätzlich mit den hautverträglichen Eigenschaften des Materials werben, oder die Outdoor-Rollstühle der Firma Alber, wo unter Verwendung der identischer Bauteile neue Produkttpyen entwickelt wurden. Die Konvergenz zwischen Design, Verpackung und Marke ist in vielen Märkten zum entscheidenden Erfolgsfaktor geworden.
Die 1980er Jahre waren für das niederländische Produkt- und Industriedesign entscheidend. Zu dieser Zeit begannen unabhängige niederländische Designer mit der Anfertigung von Entwürfen, die an die bildende Kunst angelehnt waren und die aus klaren, puristischen Formen entstanden. Daraus entwickelte sich in den Folgejahren ein eigenständiger Stil des Industriedesigns, der heute unter der Bezeichnung Dutch Design weltweit anerkannt und gefragt ist. Keine schlechte Adresse also um Industriedesign zu studieren. Wer sich für eine Karriere als Industriesdesigner interessiert, findet in den Niederlanden an verschiedenen renomierten Hochschulen entsprechende Studiengänge. Zu den Voraussetzungen zählen neben künstlerischer Begabung und einem Schulabschluss auch ein ausgeprägtes Realitätsbewusstsein und eine hohe Technikaffinität.
Bekannte Namen sind unter anderem von Twente, Delft und Enschede gemacht. An einigen Hochschulen wird auch Deutsch und Englisch gesprochen und unterrichtet, dennoch sind niederländische Sprachkenntnisse ratsam, um sich auch außerhalb der Studiengänge verständigen zu können. Die Betreuung der Studenten durch die Dozenten ist sehr gut und es gibt kaum Zulassungsbeschränken, wie man sie in Deutschland durch den Numerus Clausus kennt. Zudem weiß man im Ausland die hohe Qualität dieser Hochschulen zu schätzen. Studenten sind daher gern gesehene Praktikanten bei Unternehmen in den als mittlerweile klassisch angesehenen Designerländern Italien, Österreich und Spanien. Über das Erasmus-Programm ist der Austausch von Studenten an weiteren europäische Schulen und Universitäten möglich.